„Lesen(d) Lernen”

Leseförderung für Hauptschüler sehr erfolgreich!
Mit Beginn des Schuljahres 2006/2007 startete die Stiftung „Kinder- und Jugendförderung“ der Stiftungsinitative Stadtsparkasse Oberhausen das Projekt „Lesen(d) Lernen“ in allen achten Klassen aller Oberhausener Hauptschulen, das nun nach mehrjähriger Laufzeit überaus gute Erfolge zu verzeichnen hat.

Das Konzept als Grundlage des Projektes

Hintergrund des Projekts ist die PISA-Studie, die bei Schülern aller Schulformen gerade im Bereich der Lesefertigkeit dramatische Lücken aufdeckte. Danach erreichten nicht einmal 10 Prozent der deutschen Schüler die erste Stufe der Lesefähigkeit, weitere 13 Prozent erreichten gerade eben diese Stufe. Das bedeutet, 23 Prozent der Jugendlichen gelten als „Risikoschüler“, denen die wichtigste Voraussetzung zum Lernen fehlt: das Lesen. Etwa die Hälfte dieser „Risikogruppe“ besucht Hauptschulen.

Ziel der Initiative war und ist es, die Lesefertigkeit der Schüler zu verbessern und damit die Chancen zu erhöhen, nach dem Hauptschulabschluss einen adäquaten Ausbildungsplatz zu finden.

Hier ergänzt das Projekt „Lesen(d) Lernen“ die Ausrichtung der Stiftungsinitiative der Stadtsparkasse Oberhausen. Bereits mit dem erfolgreichen Stiftungsprojekt „Praxistag – Lernen im Betrieb“ wurde die Vermittlungsquote der Oberhausener Hauptschüler deutlich verbessert.

Der Unterricht in den jeweiligen Fördergruppen wird konzeptionell unter der Leitung von Prof. Dr. Marion Bönnighausen durch Germanistik-Studenten der Universität Münster gestaltet, die für diese Tätigkeit intensiv geschult werden. Mit Hilfe verschiedener Strategien und Techniken zum Textverständnis, die sich deutlich vom Frontalunterricht des sonstigen Schulsystems abheben, wird die Lesefertigkeit und das Leseverhalten der Schüler bereits frühzeitig überprüft und zukunftsorientiert gefördert. Zweimal in der Woche erfolgt in dieser Form für die beteiligten Schüler ein zusätzlicher Unterricht, der sich inhaltlich an den aktuellen Lehrstoffen orientiert. „Lesepässe“ für die einzelnen Projektteilnehmer sowie ständig aktualisierte Bücherkisten in den Gruppen attraktivieren die Lesefreudigkeit der Teilnehmer.



Entwicklung und Ergebnisse des Projektes

Die Evaluationsergebnisse der Universität Münster belegen die überaus erfolgreiche Arbeit dieses Stiftungsprojektes. In einem Erfahrungsbericht hat Prof. Dr. Marion Bönnighausen ihre Eindrücke zusammengefasst. Die Erkenntnis in Kurzform: „Der Förderunterricht, der im Mittelpunkt des Interesses steht, verbessert die Ergebnisse der teilnehmenden Schüler signifikant“.

Einschneidende Veränderungen in der Oberhausener Schullandschaft und die Erfahrungen aus den vergangenen beiden Jahre bringen nun mit Beginn des Schuljahres 2010/2011 auch im Projekt „Lesen(d) Lernen“ Neuerungen mit sich.
So wird mit der Leseförderung zukünftig in der Jahrgangsstufe 5 begonnen. Die Förderung erfolgt dann in den Gruppen – soweit dies von Seiten der jeweiligen Schule organisationsseitig möglich ist - für die Dauer von 2 Jahren. Erstmalig wird ab dem Schuljahr 2010/2011 eine Gesamtschule in das Projekt einbezogen. Hier werden 4 Tandems eingesetzt. Das bedeutet, 4 Studenten-Teams (a 2 Studenten) betreuen 4 Gruppen – jeweils 2 in den Jahrgängen 5 und 6. Die Gruppenstärke beträgt ca. 10 – 12 Schüler.