Bewerbung um eine Ausbildung – Kennenlernen ist dabei ein großer Vorteil.
Ludger Scheuer ist Inhaber eines Betriebes für Installationstechnik in Oberhausen. Der Handwerksmeister hat in den letzten Jahren durch den starken Rückgang der Bautätigkeiten nicht immer einfache Zeiten erlebt, dennoch hat er regelmäßig ausgebildet. Bei den 13 jungen Männern, die das Installationshandwerk lernen wollten, gab es jedoch oft Probleme und nicht jeder hat die Ausbildung zu Ende geführt. „Ich hatte oft Jugendliche, die nicht direkt von der Schule kamen, sondern ein oder zwei Jahre etwas versucht und dann abgebrochen hatten. Häufig zeigte sich am Ende des 2. Lehrjahres, dass sie in der Berufsschule nicht mitkamen oder dass die Motivation nicht ausreichte.“
Diese Ausbildungsabbrüche sind für den Handwerksmeister sehr frustrierend. Eine bessere Einschätzung der Bewerber wäre für ihn ein großer Vorteil.
Ein neues Praktikumsmodell kann ihm hier entgegen kommen. Sascha aus der 10. Klasse der Hauptschule Alstaden hat bei Ludger Scheuer wie viele sein dreiwöchiges Blockpraktikum absolviert, aber darüber hinaus kommt er jeden Donnerstag in den Installationsbetrieb. Der Schüler lernt so immer wieder neue Facetten des Beufsbildes kennen, und der Handwerksmeister hat die Möglichkeit, über ein Jahr einen Jungen zu beurteilen, der sich um eine Ausbildung bewirbt. Nicht nur die banale Pünktlichkeit, sondern vor allem die Motivation und auch schulische Voraussetzungen wie Mathematik- und Physikkenntnisse, die immer wichtiger werden, können so besser eingeschätzt werden. Nach einem halben Jahr sieht Ludger Scheuer den ersten guten Eindruck weiter bestätigt und Sascha bewirbt sich um einen Ausbildungsplatz.


